Rückblick KW35 - The Day After

Vor 2-3 Wochen bekam ich ein wenig Heimweh nach der guten alten Fußballblogger-Zunft. Ich schrieb auch letzte Woche darüber. Ich stöberte durch Blogs, erinnerte mich an die alten Zeiten, an Aktionen, die angestoßen wurden, landete schließlich auch bei Twitter und scrollte durch die Timeline. Die üblichen Verdächtigen sind irgendwie noch da, ich halt viel zu wenig, so dass man sich manchmal fühlt, als ob man auf eine Party mit alten Schulfreunden nach 20 Jahren kommt. Es sind noch Ansatzpunkte da, aber man muss sich erstmal reinfinden. Das ist manchmal anstrengend und es kostet Zeit. Ich forschte weiter und suchte zum Beispiel den Account vom Freitagsspiel. Gefunden, aber schon lange nicht bespielt. Aja. Twitter zugemacht. Weiter gemacht.

Gestern lag dann eine Mail in meinem Briefkasten, die mich arg bestürzt hat. Eben jener User "Freitagsspiel" war viel zu früh, mit nur 53 Jahren aus dem Leben geschieden. Ich habe einmal mit ihm via Skype mit gesprochen und ihn als sehr herzlichen, warmen, sehr interessierten, mit vielen guten Ideen ausgestatteten Menschen kennengelernt und als er später mit der Idee für die "Aktion Libero" rum kam, war es klar, dass ich da mitmachte. Das hatte so oder so alles Hand und Fuß. Er hatte einen Standpunkt und setzte sich dafür ein, er war kreativ, er textete toll und hatte ein Gespür für Zwischentöne. Ohne ihn je persönlich die Hand gedrückt zu haben, hinterließ er bei mir einen Eindruck. Einen Eindruck, der dazu führte, dass ich gestern echt mitgenommen war. Für seine Familie und seine Freunde wird es ein umso größerer Schlag gewesen sein. Was ein Kack.

Der Tag danach

"The Day After" ist ein Film, der die Auswirkungen eines Nuklearschlags zeigt. Mitte der 80er war der Film quasi Pflicht in der Schule für irgendeine Vertretungsstunde, den Religions- oder Geschichtsunterricht. Leider bekommt dieses Szenario einen aktuellen Bezug dieser Tage, wo Nordkorea Nukleartests durchführt, Raketen über Japan hinweg schießt und der orangefarbene Präsident mit dem Gegenschlag droht.

Der AV Club mit einem spannenden Text zum Film und seinem Einfluß auf eine ganze Generation.

Passend dazu auch, wie ein einziger Mensch durch Ruhe und Besonnenheit 1983 wohl einen kompletten Atomkrieg verhindert hat (SPON). Kann man sich gar nicht vorstellen. 

Laufen

Nun den leichteren Themen. Beim Laufen läufts. Samstag in Havixbeck gestartet über 5 Kilometer. 4. Platz in 18:02. Am Ende geärgert, weil Podium drin gewesen wäre und die Uhr im Ziel eine Sub18-Zeit angezeigt hat und ich mich schon darüber gefreut hatte. Da auch in Havixbeck einige Höhenmeter zu absolvieren waren, dürfte die 18 aber im nächsten flachen Rennen fallen.

Fußball

Überrascht gewesen, wie die Medien das 2:1 der DFB-Elf gegen Tschechien aufgenommen haben. Löw experimentierte viel mit seiner Aufstellung und der Taktik und das ging durchaus in die Hose, wenn man mal vom Ergebnis absieht. Normalerweise wird danach auf den Trainer eingeprügelt, aber dieser hat sich in den letzten Jahren so ein Standing erarbeitet, dass die Experimente einfach akzeptiert wurden.

Serien

House of Cards beendet. Das wirkte doch arg konstruiert alles. Dass der Herr Underwood das alles auch so geplant hatte, wage ich zu bezweifeln. 

Dies, das, ihr wisst schon

Wie Federer sein Spiel upgegradet hat. (NY Times)

Zum Anschauen

Ryan Sandes gewann das 100-Meilen-Rennen "Western States 100". Red Bull hat ein feines Filmchen darüber gedreht. Was man nicht sieht, dass Jim Wamsley das Rennen lange dominiert - wobei dominieren gar kein Ausdruck ist. Dann bricht er ein und das zeigt die zweite viel spannendere Doku.